Dorstadt liegt im Harzvorland am Oderwald und wird urkundlich erstmalig 1110 als Stammsitz des Rittergeschlechts von Dorstadt erwähnt. 1457 stirbt mit Arnd von Dorstadt die Familie aus. Im Jahr 1523 fällt das Gut an die Herzöge zu Braunschweig-Wolfenbüttel.
Bereits 1189 wird auf Initiative Arnolds von Dorstadt ein Augustinerinnenkloster gegründet, das im Verlaufe des Spätmittelalters zu erheblichen Grundbesitz und Wohlstand gelangt. 1438 zerstört ein Brand den größten Teil der Klosteranlage. Während der "Großen Hildesheimer Stiftsfehde" 1519-23 zieht Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweig-Wolfenbüttel das Kloster ein. Sein Sohn Julius erzwingt 1543 die Annahme der lutherischen Konfession.
Mit der Rückgabe des Klosters an das Bistum Hildesheim beginnt 1630 der erneute Wiederaufstieg des kirchlichen Konvents. Seinen barocken Baustil erhält das Anwesen nach dem Brand 1646. 1705 erfolgt die Errichtung der neuen barocken Kirche. Sie brannte 1919 bis auf die Umfassungsmauern ab.
Im Zuge der Säkularisierung 1810 durch Napoleon I. wurde das Kloster aufgehoben und am 1. März des Jahres von seinem Finanzminister v. Bülow an den Kaufmann und Landwirt Wilhelm Löbbecke aus dem gleichnamigen Bankhaus in Braunschweig verkauft. Seitdem befindet sich das Gut Dorstadt im Besitz der Familie.
Im Jahre 1850 wird Dorstadt in die Hildesheimer Ritterschaft aufgenommen. Zu dieser Zeit ist es ein florierender Großbetrieb mit Ackerbau und Forstwirtschaft, mit Kühen Pferden Schafen, Schweinen und eigener
Fischzucht. Betriebszweig wie Stellmacherei, Schmiede, Brauerei, Gärtnerei, Mühlen und eigene Stromerzeugung gehörten dazu. Seit jeher war ein solcher Betrieb auf eine nahezu 100%ige Eigenversorgung ausgerichtet. Der heutige Eigentümer, Konstantin v. Löbbecke Freiherr v. Girsewald bewirtschaftet das Gut mit den drei Betriebszweigen: Ackerbau, Forstwirtschaft und die Bewirtschaftung der zahlreichen historischen Gebäude.
Dorstadt mit seiner mehr als 1000jährigen Geschichte bietet einen an- und entsprechenden Hintergrund, der mit den Inhalten der Veranstaltung korrespondiert. Mit Dorstadt sind Ereignisse und Personen der deutschen Geschichte und vor allem der Geschichte der Region verbunden.
Die Familie von Dorstadt in der Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung der Herren von Dorstadt steht in Zusammenhang mit den Versuchen des salischen König Heinrich IV. nach dem sogenannten "Sachsenkrieg" seine Machtstellung im Harzvorland auszubauen und loyale Gefolgsleute dort zu installieren. 1086 verschenkt er die ehemalige Königspfalz Werla an den Bischof Udo von Hildesheim. Zu dieser Schenkung gehört auch eine Dömane, die später als Burg Schladen in Erscheinung tritt. 1110 setzte der Bischof dort Eiko von Dorstadt als Vogt ein.
Im Konflikt zwischen Welfen und Staufern blieben die Herren von Dorstadt sowohl den Welfen als auch den Königen aus Süddeutschland treu - und ihren Eigeninteressen. Arnold von Dorstadt begleitete den Herzog von Sachsen, Heinrich den Löwen auf den Feldzug nach Italien. Dort wurde er von Friedrich I. Barbarossa 1155 zum Podesta von Piacenza erhoben. Am Hofe Heinrich des Löwen wurde Abt Arnold von Lübeck (Johanniskloster), Verfasser der Chronica Slavorum am Braunschweiger Hof ausgebildet. Nach jüngsten Thesen soll es sich dabei um Arnold, Sohn von Arnold von Dorstadt gehandelt haben.1
Als es 1179 König Friedrich I. gelang, den übermächtig gewordenen Heinrich den Löwen endlich zu entmachten, gelang ihm das nur, weil sich der Herzog durch seine Expansionsbestrebungen viele Feinde gemacht hatte. Mit deren Hilfe konnte der König den Welfen stürzen. Einer dieser Nachbarn und Nutznießer des Sturzes Heinrichs war Adelog von Dorstadt († 20. September 1190, Bischof von Hildesheim 1171-1191), der nun die herzogliche Gewalt über den hildesheimischen Sprengel abschütteln konnte. 1189 betätigte er die Klostergründung Dorstadt Er behauptete die Lehnshoheit über die Herrschaft Homburg und erwarb 1185 die Asseburg. Adelog gilt als Förderer der romanischen Baukunst (Wiederaufbau der Michaeliskirche nach dem Brand von 1186, Vollendung der Godehardikirche, Bau Kloster Neuwerk in Goslar).
Nachdem 1198 mit Otto IV. nach jahrzehnte langen Konflikten endlich ein Fürst aus welfischen Haus den Thron bestieg, scheinen sich die Herren von Dorstadt endgültig den Welfen angeschlossen zu haben. Auf dem sogenannten "Quedlinburger Wappenkästchen", welches aus dem Umfeld Ottos IV. stammt und anläßlich eine Turnieres 1209 in Braunschweig angefertigt wurde, befindet sich auch das Wappen von Bernhard von Dorstadt.
Auf der von Adelog von Dorstadt erworbenen Asseburg hatte Gunzelin von Wolfenbüttel, der Reichstruchsess des Otto IV. seinen Amtssitz. Als Otto IV. am starb, wurde am 18. Mai 1218 sein Testament von Johannes Markus von Dorstadt, Propst von Bardowiek aufgenommen. Er nahm auch an der Delegation teil, welche Papst Honorius III. von Ottos Tod in Kenntnis setzte.
Auch nach Beendigung des welfisch-staufischen Konfliktes 1234 finden wir die Herren von Dorstadt wieder im Gefolge der Welfen. Bernhard und sein Sohn Konrad von Dorstadt unterzeichneten als erste Zeugen die Stadtrechtsprivilegien Herzog Ottos I. von Braunschweig-Lüneburg für die Stadt Hannover.
Die Edelherren von Dorstadt - so ihr Titel in den Urkunden - waren nicht nur in der näheren Umgebung ihres Stammsitzes gegütert. Mitte des 14. Jh. tätigten sie eine Reihe von Schenkungen im Umland von Hannover und stifteten mehrere Altäre und ihren Unterhalt in hannoverschen Kirchen.
1457 starb das Gründergeschlecht mit Arnd von Dorstadt aus.
Auch zu diesen Themen werden auf dem weitläufigen Gelände und im Park Zeitinseln und Themen entstehen.
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