1799
1815 n. Chr.
Napoleon I. und Deutschland

Die Regierungszeit Napoleon I. Bonapartes war eine Zeit des Umbruchs. Die französische Revolution 1789 hatte zuvor für Begeisterung und Hoffnung unter den Bürgern und einfachen Menschen, aber für Ablehnung und Furcht unter den europäischen Machthabern gesorgt. Napoleon kehrte 1799 mit seinem Staatsstreich, der Ernennung zum ersten Konsul und endgültig mit seiner Krönung zum ersten Kaiser der Franzosen im Jahr 1804 zu einer Alleinregierung zurück. Er war aber nicht allein ein Diktator, sondern auch ein bedeutender Reformer und schuf beispielsweise 1807 mit dem Code civil - dem Bürgerlichen Gesetzbuch ein bis in die Gegenwart wirkungsmächtiges Werk.

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Außenpolitisch war diese Epoche - von der Friedenszeit von 1802 bis 1805 abgesehen - von Kriegen dominiert, die sich über ganz Europa erstreckten. Diese Kriege gegen Frankreich in der Folge der Französischen Revolution werden auch die "Koalitionskriege" genannt, da in ihnen immer neue Koalitionen europäischer Mächte gegen Frankreich kämpften - fünf der insgesamt sechs Koalitionskriege richteten sich gegen das Frankreich unter Napoleons Herrschaft.

Die Koalitionskriege hatten schon 1792 begonnen, als sich die junge frz. Republik gegen die Koalition der alten Monarchien Europas zur Wehr setzen musste. Österreich, Preußen, Großbritannien und Spanien - seit 1799 auch Russland, das Osmanische Reich, Portugal, Neapel und der Kirchenstaat - ließen nichts unversucht, um die Auswirkungen der Revolution einzudämmen oder rückgängig zu machen und das alte, das "Ancien Regime" wieder zurück an die Macht zu bringen. Einer der Kriegsauslöser war ein anmaßendes Manifest Herzog Karl II. Wilhelm Ferdinands von Braunschweig-Wolfenbüttel (* 9.10.1735; † 10.11.1806), Vater des "Schwarzen Herzogs", der 1792 drohte, "Paris dem Erdboden gleichzumachen". Trotz dieser gewaltigen Übermacht endete diese Phase 1802 mit einer Reihe von Fiedensverträgen siegreich für Frankreich. Großbritannien aber führte seit 1803 den Krieg weiter.

Bis 1808 (Frieden von Tilsit) überwogen in den besetzten Fürstentümern Deutschlands (Rheinbund, Kgr. Westfalen) die revolutionären Erungenschaften der französischen Fremdherrschaft und Napoleon genoss in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung noch Sympathie. Träger des Widerstands waren bis 1809 vor allem der entmachtete Adel und die Fürsten. Einer dieser war Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel-Oels, genannt der "schwarze Herzog"

Ab 1813 begannen die sogenannten "Befreiungskriege". Der entscheidene Impuls dazu ging von der katastrophalen Niederlage Napoleons im Russlandfeldzug 1812 aus. Das 1814 neu aufgestellte Korps bildete einen Teil der Reserve in der Alliierten Armee unter Wellington, wo es 1815 in der Schlacht bei Quatre-Bras und bei Waterloo kämpfte. Hierbei haben sich besonders die Avantgarde und das Leibbattalion bewährt.

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Die "Befreiungskriege" endeten mit dieser Schlacht und Napoleons endgültiger Niederlage. In den deutschen Fürstentümern und neugegründeten Königreichen wurden die alten Systeme "restauriert". Die Zeit der Besetzung trug maßgeblich zum Entstehen des Einheitsgedankens und des Nationalbewusstseins in Deutschland bei.