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Die Darstellungsepoche umfasst die Zeit des sogenannten ersten deutschen Kaiserreiches, unterteilt in Gründerzeit (1871-90) und wilheminische Zeit (1890-1918).
Dieser Abschnitt begann mit der Reichsgründung am 18. Januar 1871 und endete mit der Abdankung Wilhelms II. am 9. November 1918.
Um diese, für Deutschlands weitere Entwicklung im folgenden 20. Jahrhundert folgenschweren 47 Jahre zu verstehen, muß man zeitlich etwas zurückgehen.
Erst mit den sogenannten Koalitions- und Befreiungskriegen gegen das Napoleonische Frankreich entwickelt sich in Deutschland, mit deutlicher Verspätung gegenüber den westeuropäischen Staaten, ein "Nationalgefühl". Im Kampf gegen die Besetzung zwischen 1806 und 1815 entwickelte sich in den besetzten Gebieten, aber auch in den französischen Satellitenstaaten in Deutschland ein Zusammengehörigkeitsgefühl und der Wunsch nach mehr bürgerlicher Freiheit und Gleichheit nach französischem Vorbild nahm Gestalt an. Bis dahin identifizierte man sich eher mit seinem Souverän als an der Idee der Nation.
Nach der endgültigen Niederlage und Entmachtung Napoleons 1815 setzte aber die sogenannte "Restauration" allen Bestrebugen des liberalen Bürgertums in Deutschland, die positiven Erungenschaften der französischen Revolution und der Befreiungskriege (z.B. bürgerliche Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz, Code civile usw.) zunächst erstmal ein Ende. In allen deutschen Staaten kehrte man zu den alten feudalen Herrschaftsstrukturen zurück, setzte Verfassungsbestrebungen ein Ende. Die Zeit der deutschen "Kleinstaaterei" begann. Mit dem Unterschied, dass es nun mit dem Ende des "Heiligen römischen Reiches deutscher Nation" (ca. 1500 bis 1806) auch kein "nominelles" Oberhaupt mehr gab. Stattdessen aber gleich noch ein paar Königreiche mehr; von Napoleons oder später von eigenen Gnaden im Wiener Kongress errichtet.
Nach der gescheiterten Revolution von 1848/49 blieb die Frage nach einer deutschen Einigung weiterhin ungeklärt. Der Deutsche Bund wurde zwar wieder hergestellt und auch dem konservativen, staatstragenden Adel blieb nicht verborgen, dass nur ein einheitlicher Binnenmarkt die Grundlage für die Industrialisierung sein konnte.
Hinzu kam der Streit um die Frage, ob ein Deutsches Reich unter der Vorherrschaft Österreichs (Großdeutsche Lösung) oder Preußens (Kleindeutsche Lösung) als einzige verblieben Großmächte des alten Heiligen Römischen Reiches stehen sollte
Am Ende entschied Preußens Militärmaschinerie darüber. Den Grundstein legte der preußische Ministerpräsident Otto von Bismark (seit 1862). Seine Heeresreform war die Basis für den Erfolg der preußischen Kriege. Vor allem aber gelang es ihm die liberalen Kräfte in Preußen für eine deutsche "Einigung von oben" zu gewinnen.
In Deutschland erfolgte die Vereinigung der Königs- und Fürstentümer erst nach den, von der deutschnationalen Geschichtsschreibung sog. "Deutschen Einigungskriegen" zwischen 1864 und 1871.
Im Preussisch-Dänischen Krieg ging es vordergründig um die Frage der Zugehörigkeit Schleswigs und Holsteins. Ursache des Preussisch-Österreichischen (auch Deutsch-Deutscher Bruderkrieg) Krieg war der Kampf um die Vorherrschaft Preußens oder Österreichs in Deutschland. Hintergrund des Preussisch-Französischen Krieg war die offene Frage der spanischen Thronfolge. Frankreich wollte auf jeden Fall verhindern, dass Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen, eine Nebenlinie des preussischen Herrscherhauses, den Thron bestieg und verlangte Verzichtsgarantien. Bismark nutzte die Gelegenheit und provozierte mittels eines manipulierten Schreibens (Emser Depeche) die Franzosen
Nach einem relativ kurzen aber blutigen Krieg, in dem zum einem zum ersten Mal auf dem Kontinent modernste Kriegtechnik zum Einsatz kam und es zum Erst mal zu Kriegsgreuel gegen Zivilisten kam, besiegelte Preußen das Ende des französischen Kaisertums und begründete am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal zu Versailles mit der Proklamation Kg. Wilhelms von Preußen zum ersten deutschen Kaiser den ersten deutschen Nationalstaat. Dieser umfaßte nun dann alle deutschen Staaten ohne Österreich (Kleindeutsche Lösung).
Da dieses Reich mit Militärgewalt geschaffen worden war und die Nationalstaatsgründung von oben herab vollzogen wurde, war der erste deutschen Nationalstaat ein autoritäres und undemokratisches Feudalgebilde, in dem vor allem das Militär einen großen Stellenwert in der Gesellschaft hatte.
Durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurden fast alle Schichten zum Militär eingezogen und es wurde in den Augen der Bevölkerung als "Schule der Nation" wahrgenommen.
So wie das Kaiserreich im Pulverdampf geboren wurde ging es im Stahlgewitter des Ersten Weltkrieges zugrunde. Das Militär aber behielt seinen hohen Stellenwert in Staat und Gesellschaft, entwickelte sich in der Weimarer Zeit sogar zum Staat im Staate und lieferte die Republik an die Nationalsozalisten aus...weiter
Die Entwicklung der Uniformen und Ausrüstung der wilheminischen Epoche wird durch die Präsentation des Bunten Rockes (bis 1910) durch die Darstellungsgruppe "Infanterie Regiment 30" und die des Feldgrauen Rockes (1910 bis 1918) durch die Interessengemeinschaft "Alte Armee" |