|
"Germanen" nannten nur die Römer die Bewohner rechts des Rheins. Tatsächlich aber fanden sie kein Volk, sondern eine Vielzahl von höchst unterschiedlichen Stämmen vor. Weder Sprache noch Kultur waren einheitlich. D.h., es gab auch keine einheitliche "germanische" Sprachfamilie und auch die Gleichsetzung archäologischer Fundtypen mit einheitlichen Volksgruppen ist nach dem heutigen Forschungsstand nicht mehr aufrecht zu erhalten. Der "Germanenbegriff" in der modernen Forschung reduziert sich auf Abstammungsgemeinschaften, die sich in Traditionskernen niederschlagen.1
Auf den folgenden Seiten erfahren Sie am Beispiel der Nordelbgermanen, wie sie siedelten, ihre Toten bestatteten und ihren Göttern huldigten. In Dorstadt können Sie die Lebensweise - Wirtschaft, Handel, Kleidung und Ernährung - sowie die Kampfesweise der Nordelbgermanen selbst erfragen und erleben...weiter
Kaiser Augustus ließ in den beiden letzten vorchristlichen Jahrzehnten zahlreiche Stützpunkte, Kolonien und Städte gründen (Augsburg), vor allem aber am linken Ufer des Rheins (Bonn, Neuss, Xanten, Mainz, Koblenz, Köln, Trier). Von hier aus stießen die Legionen seiner Söhne Drusus und Tiberius in die "Terra incognita" Germaniens vor vor. Ziel war es, den römischen Einfluss bis zur Elbe voranzutreiben.
Wegen der Verschiedenheit und vor allem der ständige Kriege der germanischen Stämme untereinander erwartete man wohl keine größeren Probleme bei deren Unterwerfung. Anfangs sah es auch so aus, als ob dies schnell gelingen würde. Römische Flotten kontrollieren die Nordsee, fuhren die Ems und Lippe hoch, Drusus' Legionen drangen bis zur Elbe und Saale vor. |