1750
1765 n. Chr.
Residenzstadt Wolfenbüttel
Höfische Jagd im Zeitalter der Aufklärung

Bildrechte U. Brühe

Seit jeher war die Jagd nicht nur eines der fürstlichen Vorrechte, sondern diente in zunehmendem Maße auch dem Vergnügen, der Repräsentation und war ein Ausdruck der Machtvollkommenheit und des Reichtums des Jagdherren und somit stets ein außerordentliches gesellschaftliches Ereignis.

Ausgehend von Frankreich, das schon damals Vorreiter- und Vorbildfunktion hatte, erreichte diese Form der fürstlichen Selbstinszenierung im 18. Jahrhundert in ganz Europa eine bis dahin nie gekannte und danach nie wieder erreichte Oppulenz und Formensprache. Kein noch so kleiner Landesfürst der etwas auf sich hielt, konnte es sich leisten, sich nicht mindestens ein luxuriöses Jagdschlösschen zu erbauen, auch wenn es die Finanzen seines Landes zerrüttete.

Bildrechte U. Brühe

Nicht alle Angehörigen eines Hofes waren passionierte Jäger und so wurde im Rahmen einer Jagd der feinen Gesellschaft auch anderer, nicht weniger aufwendiger und luxoriöser Zeitvertreib geboten.

Bei der in Dorstadt dargestellten herrschaftlichen Jagd und dem höfischen Zeitvertreib, wird der Besucher einen Einblick in die Jagdtechniken des 18. Jahrhunderts erhalten und bemerken, die sich z.T. bis in unsere Zeit erhalten haben.

Anhand historischer Schusswaffen wird u.a. die Funktionsweise von Steinschloss- gewehren erläutert und erklärt, wie komplex der Vorgang des Ladens und des Schießens in Zeiten war, als es noch keine Hinterladergewehre gab

Bildrechte U. Brühe

Verschiedene Arten und Formen der Jagd werden anhand von Realien und Repliken, u.a. den so genannten Jagdlappen erklärt werden, untermalt von der einen oder anderen, aus der damaligen Zeit überlieferten Anekdote. Weitere Jagdutensilien wie Jagdplaute, Praxe oder Hirschfänger, zu denen es ebenfalls interessante Geschichten gibt, werden ebenfalls zu sehen sein.

Außer den waidmännischen Aspekten werden auch andere Tätigkeiten zum zeitvertreib zu sehen, so z.B. das im 18. Jahrhundert beliebte Maillje Spiel, durch welches sich so mancher, zuvor wohlhabende, Herr in die Armut stürzte. Nicht nur das Maillje Spiel war beliebt, sondern auch jegliche Art der Zerstreuung, wie Kartenspiel, Musik- und Theaterdarbietung, Scharaden und vieles mehr.

Anhand von reichhaltig gedeckten Tafeln wird der Besucher einen Eindruck von der Oppulenz aber auch der Verspieltheit der Tischkultur zur Mitte des 18. Jahrhunderts bekommen.

Tanzvorführungen, mal mit und mal ohne Beteiligung des interessierten Publikums werden das Bild der Zeitinsel "18. Jahrhundert" in Dorstadt abrunden.