1392
1480 n. Chr.
Das 15. Jahrhundert - Die Geburt der Moderne

"Ihr seid nicht klüger, ihr kommt nur später!"
Friedrich Nietzsche

Das Mittelalter brachte, entgegen langläufiger Vorstellungen, viel Neues hervor, war aber zugleich sehr bemüht, es unter den Überresten der Wiederholung zu verstecken. Den gelehrten Zeitgenossen waren die Veränderungen bewusst: Im 15. Jh. erfanden sie den Begriff der "Moderne" für ihre Zeit. Unzählige "Erfindungen" des Mittelalters prägen ganz selbstverständlich unser heutiges Leben.

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Universitäten wurden gegründet, Gelehrte legten die Grundsteine der Mathematik und Physik, entwickelten sogar Atomtheorien. Die Kugelgestalt der Erde war Allgemeingut und seit 1100 beschäftigten sich die Gelehrten mit dem heliozentrischen Weltbild. Im 15 Jh. entstanden Humanismus und Renaissance.

Juristen entwickelten Rechtgrundsätze, römisches Recht löste Volksrecht ab. Gesetzesbücher wie der Sachsenspiegel sind heute noch Bestandteil geltenden Rechts (z.B. §§ 910 u. 1969 BGB).

Die Städte schufen die Verwaltung mit Rat, Ausschüssen, Kämmerei, Ordnungswesen, Registratur, Stadtarchiv und der "öffentliche Dienst" schlechthin.

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Seit dem 12. Jh. entstanden Geldwirtschaft, "weltweiter" Fernhandel, das Bankwesen, Giro und Lombardsatz, es gab Kredite, bargeldlose Überweisungen, die arabischen Zahlen und die doppelte Buchführung.

Erfindungen des Mittelalters sind u.a. Papier, Brillen, Uhren, Hochöfen, Leuchttürme, Globus, Kompass, die realistische Ölmalerei, der moderne Kleidungsschnitt, die Post, Feuerwaffen und der Buchdruck mit beweglichen Lettern. Dies führte im 15. Jh. zu einem enormen Anstieg an Publikationen und zur massenhaften Gründung von Bibliotheken.

Die Stadt brachte bis heute typische Dienstleistungen hervor: Alte, Arme, Kranke und Behinderte fanden Aufnahme in den Hospitälern. Neben Wundärzten (Chirurgen), Badern und Hebammen wurden im 15. Jh. zunehmend "studierte" Stadtärzte eingestellt und Apotheken gegründet. Städtische Schulen, die vielerorts heute noch existieren wurden gegründet und mit Erfindung des Buchdrucks kamen auch die Stadtbibliotheken.

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Auch Probleme wurden erkannt … und gebannt! Den hygienischen Zuständen begegnete man mit einem sehr ausgeprägten Badewesen; selbst für die Ärmsten wurde einmal die Woche ein sog. "Seelenbad" gestiftet. Im 15. Jh. waren die meisten Straßen gepflastert und wurden regelmäßig gereinigt, eine regelmäßige Müllabfuhr eingeführt. Wasserleitungen und z.T. Kanalisationen sorgten für Frischwasser und saubere Straßen und es gab öffentliche Aborte. Umweltschutzstatuten regelten Abdichtung, Sicherheitsabstand und jährliche Entleerung der Kloaken hinter den Häusern - sehr zum Leidwesen der Archäologen! "Industriebetriebe" wurden ausgesiedelt und die Stadtwälder unter nachhaltige Bewirtschaftung gestellt.

Solcherart gewappnet brach die mittelalterliche Gesellschaft auf in die Neuzeit. Doch vorher brach am Ende des Mittelalters nochmal der alte Konflikt zwischen den Städten und ihren Stadtherren auf und führte in Niedersachsen zu langen Konflikten und zu der Zeit der großen Fehden...weiter

Die Geburt der modernen städtischen Gesellschaft und die Zeit des Aufbruchs in die Moderne wird präsentiert von dem Netzwerk der "Vruntliken tohopesate", Freunden sowie Gästen.