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Die Mehrzahl unserer Städte ist im Mittelalter aus befestigten Herrschaftssitzen entstanden. Der Begriff stat tritt im dt. Sprachgebrauch seit dem frühen 12. Jh. auf. Im 12. und 13. Jh. kam es zu einer großen Welle von Stadtgründungen durch Territorialfürsten. Es war die Blütezeit des mittelalterlichen Städtewachstums und die ihre Zahl stieg bis Mitte des 13. Jh. von 200 auf 1500.
Die Stadtherrschaft hatten die Stadtherren (Bischof, Herzog, Graf oder König) inne, von denen zunächst noch alle Städte abhängig waren. Vom 13. Jh. an gelang es den meisten größeren Städten eine gewisse Autonomie zu erlangen, weil ihre zunehmend verschuldeten Herren die Herrschaftsrechte (Marktzoll, Stapelrecht, Münzrecht, Gerichtsbarkeit) an sie verpfändeten.

Die Empfänger dieser Rechte waren Kaufmannsgilden, aus deren Führungsschicht die kommunalen Selbstverwaltungsorgane gewählt wurden. Die Kaufleute hatten maßgeblichen Anteil am raschen Aufstieg und Wachstum der Städte und sonderten sich schon früh rechtlich von den Handwerkern ab.
Ab 1200 entstanden die Stadträte, welche die Ausbildung des Stadtrechts selbst in die Hand nahmen. Im Verlaufe des 13. Jh. ging der Einfluss der Stadtherren immer weiter zurück, die obrigkeitliche Stellung des Rates wurde weiter ausgestaltet. Ihm oblagen Finanz- und Bauverwaltung, Gerichtsbarkeit und die Vertretung der städtischen Interessen nach außen.

Der Begriff "Bürger" ist eine Schöpfung der liberalen Geschichtsschreibung des 19. Jh. Zeitgenössisch ist der Rechtsbegriff 'burgenses' (dt. ‚burger'), der zunehmend mit Besitz verknüpft wurde. Das "Bürgerrecht" definiert Rechte und Pflichten (Rechtsschutz, Freizügigkeit, passives Wahlrecht). Erwerben konnte es aber nur, wer über Grundbesitz verfügte. Alle anderen Bewohner der Stadt - man schätzt heute 70-75 % - waren Inwohner und ohne Bürgerrecht.
Im frühen Mittelalter hatte handwerkliche Arbeit - im Allgemeinen von Unfreien oder Hörigen ausgeübt - nur ein Geringes Ansehen. Von 1000-1250 vollzog sich in den Städten ein Wertewandel zugunsten des Handwerks, denn mit dem Wachstum der Städte ging die Spezialisierung und Differenzierung in Berufsgruppen einher.
Seit 1100 sind Zusammenschlüsse von Handwerkern nachweisbar, die sich im Spätmittelalter zu "Ämtern" (in Süddeutschland Zünfte) entwickelten...weiter
Die Themen Handwerk und Handel in der Zeit der Entstehungs- und Konstituierungspahse der mittelalterlichen Stadt von 11. bis zum 13. Jh. wird präsentiert von folgenden Gruppen und Darstellern:
Giselle Michels, Illustratorin 12. Jh.
IG Volkelin, 13. Jh. (Handwerk und Bürgertum um 1250 n. Chr.)
Familia de Corbecki, Handwerkerfamilie um 1250 n. Chr. (Familie und Kind im Mittelalter, Spiele)
Gericheim 1250, Baumeister um 1250 n. Chr. (Erklärung und Arbeit Baumeister- Konstruktion und Werkzeug).
Der Blidenbauer, Handwerkerfamilie 1250 - 1300 n. Chr. (Bau und Vorführung einer Blide, Blidenbau, Holzbearbeitung, Faserverarbeitung).
Familia ministerialis, Darstellung städt. Handwerk, 1280 n. Chr. (Handwerk- Zimmerei, Färberei, Saarwürker, Alltagsleben).
IG Mitima, Handwerker um 1280 n. Chr. (Nadelmaker, Daubenmacher, Handarbeit).
Civitas medievalis, Medizinerin mit Kinderfrau, 1250- 1300 n. Chr. (Medizin im Mittelalter, Kinderpflege und Erziehung).
Pergamena illuminata, Pergamentherstellung und Buchmalerei, 13. / 14. Jh. n. Chr. (Tierhautverarbeitung, Farben, Buchmalerei).
© R. Kasties |